Der ultimative Tipp für eine glückliche Kindheit!

Kennst Du dieses ansteckeKindheit mit Ausstrahlungnde herzliche Kinderlachen, ausgelöst durch den Flummi, der wild durch die Gegend titscht? Dazu gehört der spritzende Wasserschlauch, Räuber und Gendarm-Spiele und auf jeden Fall das Rennen durch eine fette Pfütze. Eine glückliche Kindheit! Oder dieses Gefühl des Vertrauens, während Dein Kind, mit einem strahlenden Lächeln auf Dich zuläuft, weil es weiß, dass Du die Arme ausbreiten und es auffangen wirst… .

Spielen, weil es Spaß macht – ein Auslaufmodell? 

Stell Dir vor, Du betrittst einen kindgerecht gestalteten, farbenfrohen Klassenraum. Dieser ist, abgesehen davon, auch noch interaktiv voll ausgestattet. Die Förderung der Kommunikations- und Sprachfähigkeiten steht hier auf der Tagesordnung. Darüber hinaus Kreativität, kritisches Denken und Teamarbeit. Des weiteren wird noch Astronomie, Technologie, Mathematik sowie Rhetorik geboten. Die Kinder nehmen im Schulfach „Ökonomie“ an einer imaginären Marktstudie teil und denken sich eine Werbestrategie aus. Abgerundet wird das Portfolio mit dem Fach „Ziele und Lebensstrategien“. Ein Wunschtraum aus der Zukunft? Keineswegs! Dieses Programm gibt es zwar tatsächlich, aber es wird ausschließlich für Kinder von 6 Monaten bis 8 Jahren angeboten! Für zwei Jahre kostet das gesamte Programm mehrere tausend Euro und dem hohen Zuspruch zufolge, scheint das nicht abzuschrecken! Kuschelzeiten und die Möglichkeit, selbstbewusst und auf eigene Faust die Welt zu entdecken scheinen nebensächlich zu sein. Die charismatische Führungselite von morgen scheint mehr zu brauchen. 

Kennst Du das schlechte Gewissen, die eigenen Kinder nicht genug gefördert zu haben? 

Lieber Fußball und Verabredungen zum Spielen Vorschub geleistet zu haben, statt über ein intensives Erfolgs-Coaching des Nachwuchses nachgedacht zu haben? Ist die intellektuelle Kompetenz die einzig entscheidende Größe für ein Leben mit Strahlkraft, welche über Förderprogramme schon in Babybetten Einzug halten muss, um wettbewerbstauglich zu sein? Worum geht es hier denn eigentlich? Geht es noch um die Kinder, oder um den Ehrgeiz der Erziehungsberechtigten weltweit? Ein subtiles Statussymbol für Eltern ‚die ihren Job ernst meinen‘ im Vergleich zur ‚Unterschicht‘, deren Kinder ‚mit Süßigkeiten und Cola vor der Glotze geparkt werden‘? Hat Kevin es später schwerer als Alexander, wenn er sich um eine Ausbildungsstelle oder einen Studienplatz bewirbt? Wächst Gras vielleicht doch schneller, wenn man daran zieht?

Hochbegabung? Na klar!

Fakt ist – In Deutschland wächst der Markt im Bereich der Frühpädagogik am schnellsten weltweit. Die Zeit zwischen Geburt und Abitur ist oft zu einer Leistungsschau verkommen, die vor allem eines beweisen soll: Die Kompetenz der Eltern! Eltern als Familienmanager, der Nachwuchs als wichtigstes Investitionsobjekt. Noch nie wurden so viele Testungen auf Hochbegabung durchgeführt wie heutzutage. Kinder die sich nicht nach Plan entwickeln, stürzen ihre Eltern in eine Versagenskrise! Statt den Kindern etwas Zeit und individuelle Entwicklungsmöglichkeiten zu geben, wird dem therapeutisch nachgeholfen. Sprachtherapie, Ergotherapie, Verhaltenstherapie beziehungsweise der Gang zum Psychologen. Noch nie waren therapeutische Praxen so überfüllt wie heute.  „Statuspanik“ nennt man das in der Fachsprache. Kevin spielt Fußball. Alexander Tennis, oder noch besser Golf! Berufswünsche die sich jenseits der Universitäten oder eines gewissen Genres abspielen, werden nicht zur Kenntnis genommen oder, besser noch, dem Gedankengut des Nachwuchses schnellstmöglich ausgetrieben!

Aus dem Kind soll doch „was werden“!

Zugrunde liegt das Prinzip der Marktwirtschaft, dass jeder alles schaffen kann, wenn er nur will! Wenn das Wollen und das Möchten nicht da ist, wird nachgeholfen!  Risikominimierung um das Erfolgstreppchen nicht zu verpassen! So begeben sich Eltern auf die Suche, das Potential ihrer Kinder noch besser ausschöpfen zu können. Das Streben nach Perfektion. Die maximale Ausnutzung von Talent um dem Kind, vor der großen Konkurrenz, einen zeitlichen Vorsprung in den Entwicklungsschritten zu verschaffen. Das perfekte, strahlende Leben ist machbar! Wenn schon nicht für uns, dann für unsere Kinder!

Viel Input = viel Output ?

Früher sollte der Nachwuchs in Kindergärten zuverlässig und möglichst unfallfrei beaufsichtigt werden. Die Tagesgestaltung war vom Kind frei wählbar und einen Großteil der Zeit wurde auf dem Gelände verbracht. Die Hosen wurden schmutzig, alle hatten Spaß und die Kinder schlossen Freundschaften fürs Leben. Einfach nur spielen als schönes Kinderprivileg? Das geht inzwischen kaum noch! Heute gelten Kitas als Einstieg auf die Karriereleiter. Englisch, japanisch, spanisch, kreatives Gestalten im Kunstatelier, Computerraum, Yoga zur besseren Konzentrations- und Koordinationsfähigkeit und musikalische Früherziehung in der jeweiligen Fremdsprache ist „in“! Demzufolge ist schnödes Sandkastenspiel oder Seilchen springen „out“, zumindest wenn man etwas Besseres für sein Kind möchte. Im Zeichen der globalen Konkurrenz werden Eltern ab dem Tag der Geburt ihres Kindes mit Erziehungsvorschlägen bombardiert. Es gibt Fachbücher, Fachzeitschriften, Hilfegruppen, und jede Menge Artikel, die wissen wollen, was beim Kind in welchem Alter normal ist. Überdies gibt es Bestseller die uns warnen, dass „unsere Kinder Tyrannen werden“ oder auch“niemals schlafen lernen“. Kinderspiele heißen nicht mehr „MauMau“ oder „Mensch ärgere dich nicht“ sondern werden gekauft unter dem Aspekt der „Förderung der Auge-Hand-Koordination“ oder einer „Erhöhung der Konzentration“.

VIBs (Very important babys) bekommen schon zur Geburt den Strampler mit der Aufschrift „Abi 2028“

Deswegen ist auch nicht unüblich, dass Krabbelkinder schon einen Terminplan haben, der ihre Mütter zum Schwitzen bringt.  Der Markt für zukünftige Genies bietet Englischkurse, bei denen Babys mittels Kopfhörern im Schlaf in drei Monaten 550 englische Vokabeln beigebracht werden. Kindern wird mit Stofftieren und entsprechenden DVDs Bach, Shakespeare und Einstein näher gebracht. Willkommen im Zeitalter der Leistungserbringer! By the way – Albert Einstein war ein angebliches dickes Kind, das gerne still irgendwo saß und… NICHTS tat! Ich unterhielt mich kürzlich mit einer Mutter, die sich beklagte, ihre Tochter wäre abends immer so überdreht, oder würde einfach auf dem Sofa einschlafen. Es wäre nichts mit ihr anzufangen. Der Wochenplan des Kindes war, neben einer mehrsprachigen Kita, die bis 17:00 das Kind betreute, Ballett, Klavier, Turnen und dazu auch noch Blockflöte. Das Mädchen war vier Jahre alt! Noch Fragen? Bleibt die Frage: Führt dieser Wahnsinn anschließend tatsächlich zu einer besseren Sozialkompetenz, einem gutem Selbstwertgefühl und im Folgenden zu einem erfüllten Leben? Neurobiologen und Bildungsforscher kritisieren dieses Wissensbombardement als völlig absurde Reizüberflutung. Es liegen keine Erkenntnisse vor, dass beispielsweise ein frühes Erlernen einer Fremdsprache wirklich Vorteile im Spracherwerb sichert.

Selbstwert „old fashioned“!

Wie wäre es alternativ mit einem Nachmittag mit dem Nachwuchs im Sandkasten auf dem Spielplatz um die Ecke? Die Möglichkeit, Sozialkompetenz ganz old-fashioned zu erlernen und dabei noch Spaß zu haben? Albern sein und sich sooft auf den wunderbaren Kosmos des Kindes einlassen, wie es möglich ist. Eine Liste von Spielen für den ersten Moment, ist vielleicht ein Einstieg in einen schönen Nachmittag. Ein spannendes Hörspiel hören oder ein schönes Buch lesen. Zusammen auf dem Sofa kuscheln und einfach nur quatschen. Phantasievoll diese schöne Welt entdecken und dabei, ganz nebenbei Zeit schenken! Zeit, die nur eines kann und soll: Das Urvertrauen des Kindes zu stärken. Das Gefühl, geliebt zu werden, unabhängig von einer Leistung. Selbstwert pur…. nebenbei die wichtigste Kompetente für ein Leben mit Ausstrahlung! Kosten: 0 Eine glückliche Kindheit: unbezahlbar! Danke, dass ich mit meinen Impulsen ein Teil Deiner Welt sein darf. Herzlichst Deine Carolin  
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